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2008-03-01

Branchenexperten zur mechanischen Schließtechnik

Die elektronische Sicherheit, auch an der Tür, entwickelt sich stetig weiter. Doch was ist mit den mechanischen Lösungen? Die Redaktion fragte zwei Branchenexperten nach dem Innovationspotzenzial bei mechanischen Schließzylindern.

Herbert Maté, Produktmanager für mechanische Schließsysteme, EVVA, Wien:
Für EVVA lassen sich bei der mechanischen Schließtechnik drei Themen identifizieren, die als maßgeblich für das Innovationspotenzial gelten:
  • Schließzylindersicherheit. Der Schließzylinder ist ein wesentlicher Bestandteil der Verschlusstechnik. Er muss sowohl gegen zerstörerische als auch gegen intelligente Öffnungstechniken, wie etwa Schlagpicking, noch besser geschützt werden. Immer mehr Plattformen im Internet, wie etwa YouTube, veröffentlichen Informationen über illegale Öffnungsmethoden. Details zu Einbruchstechniken sind somit einer breiten Masse einfacher zugänglich. Den Herstellern kommt hier eine wichtige Rolle zu, indem sie gegen immer neue Einbruchstechniken auch hochwertige Technologien gegenüberstellen müssen.
  • Nachschlüsselsicherheit. Oft wird bei der Produktion von Nachschlüsseln nicht auf die organisatorische Sicherheit geachtet. Bei professionellen Diensten können Nachschlüssel nur gegen Vorlage einer Sicherungskarte bestellt werden. Innovative Techniken sind nötig, um die Nachschlüsselsicherheit immer weiter zu erhöhen. Ein Beispiel: Durch die technischen und technologischen Merkmale des MCS-Schlüssels des mechanischen Schließsystem MCS (Magnet-Code-System) von EVVA ist ein Duplizieren unmöglich.
  • Kombination von Mechanik und Elektronik. Der Trend geht hin zu kombinierten Schließsystemen. Der Zugang zu sensiblen Bereichen wird elektronisch kontrolliert und protokolliert, für andere Bereiche sind mechanische Systeme ausreichend. Der Schließzylinder muss also mit elektronischen Lösungen kombiniert werden können. EVVA bietet schon jetzt den Combi-Schlüssel an, der sowohl mechanisch als auch elektronisch öffnet und sperrt.


Thomas Lindemann, Produkt Manager Mechanische Zylinder, ASSA ABLOY Sicherheitstechnik GmbH, Berlin:
Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, da wir hier von einer Technologie sprechen, die vor mehr als 140 Jahren erfunden worden ist. Heutzutage wird es immer schwieriger, im rein mechanischen Zylinderbereich noch wirklich neue Innovationen und Lösungen zu bringen. Die meisten Neuerungen, die heute auf den Markt kommen, sind Reaktionen auf aktuelle Vorkommnisse, zum Beispiel neue Öffnungstechniken, technische Unwegsamkeiten oder Marktanforderungen.
Aus unserer Sicht stellt sich ein Trend dar, der sich auf folgende Punkte für mechanische Schließzylinder konzentriert und weiter konzentrieren wird:
  • Optimierung von Produktions- und Fertigungstechnologien,
  • Erhöhung der Permutationskapazitäten (immer komplexer werdende Schließanlagenanforderungen) im Zylinder durch zusätzliche aktive und passive Sperrelemente,
  • Optimierung der technischen Ausstattung und Sicherheit des Zylinders gegen aktuelle Manipulationsmethoden (Öffnungstechniken) und Gewaltanwendung,
  • kostengünstiger Massenzylinder,
  • das Produktportfolio so zu gestalten, dass der Anwender die Möglichkeit hat, alle seine mechanischen Verschlusspunkte mit in die Schließanlage einzubinden,
  • optimale Abstimmung des Service- und Leistungsangebots der Industrie auf Kunden und Anwender,
  • Vereinfachung und Optimierung der Bestellmöglichkeiten und Abläufe für den Kunden und Anwender durch die Einbindung und Nutzung von elektronischen Medien,
  • Schließsysteme müssen optional durch die Prüfinstitute DIN oder VdS beispielsweise anerkannt und zertifiziert sein,
  • Schließfunktion des Zylinder flexibler gestalten. Bei diesem Punkt kann die Elektronik, zusammen mit der Mechanik, nicht ausgeklammert werden.
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