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2007-12-03

Technisch und rechnerisch interessant: Standard-Bildempfangszentrale lohnt bei guter Anlagenplanung

Private Sicherheitsdienstleister zeigten bislang wenig Interesse, ihre Notruf- und Serviceleitstellen (NSL) mit EBÜS, einem herstellerunabhängigen, einheitlichen Bildübertragungs- und Anzeigesystem auszustatten.

Auch bei den Polizeidienststellen ist die flächendeckende Einführung der von der Accellence Technologies GmbH, Garbsen, entwickelte Standard-Lösung für den Video-Empfang trotz der Empfehlung des Koordinierungsausschusses Bildübertragung (KA Bild)* kaum in Sicht. Zurzeit nutzen die Polizeien in Hamburg, Hessen und teils in Bayern die Lösung. EBÜS soll das Handling von Videodaten erleichtern und damit das Personal in Überwachungszentralen entlasten. Leitstellenbetreiber kommen, wenn sie EBÜS - ein Subsystem zur Leitstellensoftware - nutzen ohne proprietäre Video-Empfangssysteme unterschiedlicher Hersteller aus. EBÜS ermöglicht, die Bildquellen beliebiger, gängiger Fabrikate**unter einer einheitlichen Bedienoberfläche so aufzuschalten, dass alle gewünschten Funktionen der darunter laufenden Originalsysteme genutzt werden können. Eine einmalige Authentifizierung für den Zugriff auf sämtliche aufgeschalteten Bildquellen genügt.
In der Hoffnung, mehr Leitstellenbetreiber von diesen und weiteren Vorteilen von EBÜS zu überzeugen, informierte jetzt der Fachausschuss Technik des Bundesverbandes Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen e. V. (BDWS) bei einer Tagung in Frankfurt. Zum Vergleich wurde neben der Universalsoftware von Accellence zudem von Hersteller Heitel mit EMS Server/Client auch eine proprietäre Leitstellensoftware vorgestellt, welche NSL mit Heitel-Geräten ebenfalls in die Lage versetzt, eingegangene Alarme an Polizeistellen, die mit EBÜS ausgestattet sind, weiterzuleiten.
"Aus Sicht der Polizei besteht die berechtigte Erwartungshaltung, dass EBÜS eine wesentliche Unterstützung für die notwendigen Polizeimaßnahmen darstellen kann", zog Helmut Penn ein positives Fazit aus den Erfahrungen des Polizeipräsidiums Südhessen, wo ein Pilotprojekt mit EBÜS durchgeführt wurde. Es gilt nun, das Pilotprojekt in den Regelbetrieb zu versetzen und in Hessen bei den Polizeipräsidien einzuführen, so bei der abschließenden Podiumsdiskussion Bernd Rompel von der Hessischen Polizeischule. Damit EBÜS über das Pilotprojekt hinaus ein wertvolles Einsatzmittel werde, so Penn, sollten aus Sicht der Polizei folgende Anregungen aber noch Beachtung finden bzw. umgesetzt werden:
  • Automatische Aktivierung der Bildübertragung bei Alarmeingang,
  • Schnittstelle zum Einsatzleitsystem,
  • schnellerer Verbindungsaufbau,
  • schnellere Übertragung / Verfügbarkeit der Bilder,
  • Standorte und Ausrichtung der einzelnen Kameras aus den Objekten sollten erkennbar sein.
Aus Sicht der Sicherheitsdienstleister scheint die Entlastungsfunktion durch EBÜS kein ausschlaggebendes Kriterium zu sein. "Bei allen Vorzügen zu teuer", so einige Stimmen. 50 ct beträgt laut Lizenz-Inhaber Accellence die monatliche Gebühr je aufgeschalteter Kamera. "Die Planung ist entscheidend, will man Honig aus der Sache ziehen", so Accellence-Geschäftsführer Dr. Heinz Stephanblome am Rande der Veranstaltung. Häufig blieben Kameras, die nicht mehr benötigt werden, einfach weiter im System. Videoanlagen sollten aber, so Stephanblome, so konzipiert werden, dass nur so viele Kameras eingebunden sind, wie auch tatsächlich für den Überwachungszweck benötigt werden.
Für Leitstellenbetreiber Wolfgang Wüst, geschäftsführender Gesellschafter der BSGWÜST GmbH, Frankfurt/Main, und stellvertretender Vorsitzender beim BDWS-Fachausschuss Technik, sprechen jedoch neben den technisch-organisatorischen Gründen gerade auch betriebswirtschaftliche Aspekte für den Einsatz: "Wir gehen davon aus, dass wir durch den Betrieb von nur noch einer Empfangseinheit allein an Energiekosten bis zu 5.000 EUR im Jahr sparen", erklärte er. In einer NSL, ausgestattet mit vier Bildübertragunssystemen (BÜS), fallen nach Wüst im Jahr bei den derzeitigen Strompreisen leicht mindestens rund 2.800 EUR Betriebskosten an. Allein der Stromverbrauch für eine Überwachungseinheit mit PC, Drucker, Modem, Monitor liege bei einem Verbrauch von je 400 Watt pro Gerät bei 3.504 KW im Jahr. Bei 16 ct/KW/Stunde entstünden somit je Einheit 560,64 EUR Energiekosten im Jahr, ohne Berücksichtigung der Kosten für die USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung), Abschreibungen oder Kosten für die Nachschulung des NSL-Personals. Wüst kalkuliert bei einer NSL mit vier BÜS-en und 10 Mitarbeitern mit 80 Mannstunden à 16 EUR mit 1.280 EUR, zuzüglich Kosten von 400 EUR für Instruktoren.
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* Nach rund vier Jahren vorbereitender Arbeit hatte der KA Bild, bestehend aus Vertretern von BDWS, BHE, ZVEI und der Polizei den Länderinnenministern 2004 das Bildübertragungs- und Anzeigesystem EBÜS der Accellence Technologies GmbH, Garbsen, empfohlen, da dieses nicht nur die Einbindung gegenwärtiger, sondern auch zukünftiger Bildübertragungstechniken ermöglicht. (siehe auch Berichte in WIK 4/2004 und WIK 6/2005)
** Eine Liste der Geräte, für die EBÜS-Bildquellenadapter verfügbar sind, bietet Accellence Technolgies im Internet unter www.accellence.de (Produkte > Downloads > Bildquellenliste)
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